Alle haben Zeit!

Alle sind zuhause! Alle haben Zeit! Ich muss für mich feststellen, dass ich offensichtlich nicht “alle” bin. Denn ich hab keine Zeit! Die Tage verfliegen zwischen drei Kindern, zweimal homeoffice, Wäschebergen und Garten. Und kochen ist auch noch irgendwo dazwischen dran. Nicht zu vergessen: Aufräumen, Durchsaugen und wieder aufräumen. Ich muss nachrechnen, wenn Du fragst wie lange das jetzt schon so geht. Die Wochen hab ich vergessen. Es fühlt sich alles gleich an.

Auf Instagram häufen sich Sprüche, die von Netflix und langem Filmen reden. Wann hab ich das letzte Mal einen Film geschaut? Einen langen? Ich erinnere mich nicht. Bin ich die einzige, die keine Zeit hat? Und dann soll ich um 15 Uhr hier mitsingen. Und um 18 Uhr dort bei offenen Fenster. Und einen Regenbogen ins Fenster hängen und an einer Aktion für die Leute im Pflegeheim teilnehmen. Ich finde das alles sehr wertvolle Dinge und ich wäre gerne dabei! Aber ich schaff es nicht! Mir ist nicht langweilig und zu viel Zeit hab ich auch nicht! Eher im Gegenteil!

“Das ist alles eine Frage der Organisation!”

Nein, find ich nicht! Denn 1. ich bin organisiert und 2. lässt sich gerade mit Kindern eben nicht alles organisieren, durchplanen und strukturieren. Da gibts nämlich noch das Leben, das da einfach dazwischenfunkt und sich nicht um meine Organisation schert, wenn das blutige Knie meiner Tochter verarztet werden möchte. Gerade jetzt in dieser herausfordernden Zeit ist eben nicht alles planbar. Meine Tage sind manchmal schneller vorbei als ich auch nur die Hälfte dessen erledigen kann, was erledigt werden muss. Ich kann nicht noch einen Termin gebrauchen. Ich kann nicht noch mehr to-Dos aus meine Liste schreiben. Es geht nicht!

Und genau darum liebe ich meine Musikfenster! Meine Musikfenster im Alltag!

Was sind Musikfenster?

Musikfenster sind kleine (oder größere Momente), die Gelegenheit bieten mit Singen etwas Leichtigkeit in den durchgeplanten und vollen Alltag zu bringen.

Es gibt so viele Vorteile:

  1. Musikfenster brauchen keinen Platz auf der to-Do-Liste.

Du musst Dir nicht auf Deine Liste schreiben: „19 Uhr: Singen mit meiner Tochter!“. Zwischen „Wäsche waschen“, „mit Oma telefonieren“, „Blumen einpflanzen“ und „Staubsaugen“ steht da „Singen“. Nein! Eben nicht! Denn die Liste ist sowieso lang genug! Sie muss nicht noch länger werden!

  1. Musikfenster brauchen keine festen Termine!

Singangebote sind super! Immer Dienstag um 10 treffen wir uns virtuell! Großartig! Und ich wäre auch gerne mit meinen Zwergen dabei. Aber ausgerechnet am Dienstag schlafen sie länger und wir sind um 10 noch nicht fertig. Grade am Dienstag wird der Kakao umgeschüttet und statt Singtermin muss ich die Sauerei beseitigen. Grade am Dienstag klingelt die Post. Und grade um 10 ruft die Oma an und will reden. Irgendwas ist immer! Ja, wir würden es schaffen pünktlich um 10 beim großartigen Singangebot dabei zu sein. Das geht! Aber es stresst mich! Und meine Kinder auch. Wenn ich schon dran denke, wird’s ungemütlich…

  1. Musikfenster machen gute Laune

Einfach zwischendrin mit Deinem Kind zu singen ist super! Ich singe während ich staubsauge. Meine Tochter singt im Fahrradanhänger. Ich singe ein Tröstelied, während ich Knie verpflastere. Mein Sohn singt am liebsten, wenn der Mixer lautstark Smoothie macht (Das liebt er!) Ich singe, wenn meine Kinder morgens aufwachen und wenn sie abends in meinem Arm einschlafen. Wir singen zusammen, wenn alle soooo sehr Hunger haben, aber die Spaghetti noch nicht fertig sind. Und dann lachen wir, denn mit Musik geht vieles leichter!

  1. Musikfenster fördern die Musikalität

Es gibt nichts besseres als zu singen! „Singen ist das Fundament zur Musik in allen Dingen“ sagt schon Georg Philipp Telemann im 17. Jahrhundert. Und ich bin mir sicher: Er hat Recht! Stell dir vor, Dein Kind möchte Geige lernen! Wie wundervoll, wenn es Melodien erspüren kann! Stell Dir vor es möchte Flöte lernen! Wie gut, dass es durch Singen gelernt hat genau hinzuhören. Stell Dir vor es lernt Klavier! Wie großartig, dass es sanglich spielen wird! Kinder, die singend aufwachsen haben eine völlig andere Grundlage als die, die gar nicht singen oder es nur einmal in der Woche im Musikgarten tun. Kurz: Sie haben es leichter!

  1. Musikfenster unterstützen die Entwicklung Deines Kindes

Laut und leise, hoch und tief, schnell und langsam. Musik kann viel! Und das alles lernt Dein Kind ganz nebenbei, wenn Du mit ihm singst! Lieder vermitteln Texte: Welche wunderbare Möglichkeit die Sprache zu fördern! Im Vorbeigehen oder besser: Im Vorbeisingen! Hinhören, aufmerksam sein, bei der Sache bleiben, sich konzentrieren. Das sind nur einige weitere positive Effekte, die Musikfenster herbeizaubern, wenn Du sie nutzt!

  1. Musikfenster erschließen emotionale Ausdrucksfähigkeit

Was kompliziert klingt, ist im Grund ganz einfach: Singen transportiert immer eine Aussage. Du kannst Deine Stimmung nicht verbergen. Bist Du fröhlich klingt ein und dasselbe Lied anders als wenn du traurig bist. Lieder können aufgebrachte Gemüter beruhigen und ruhige Gemüter in Bewegung bringen. Ist es nicht außerordentlich wichtig, dass Dein Kind (und vielleicht auch wir Erwachsene) lernt, seine Gefühle auszudrücken? Macht es nicht vieles leichter, wenn wir benennen, dass wir jetzt grade genervt, gestresst oder wütend sind? Und vor allem, wenn wir wissen, das Singen und Musik machen dagegen helfen kann! Und stell dir vor wie viel Fröhlichkeit entsteht, wenn es Euch gut geht und ihr das singend zum Ausdruck bringt! Großartig!

  1. Musikfenster musst Du nicht suchen!

Musikfenster kommen zu Dir. Sie tun sich auf. Du musst nichts machen! Außer aufmerksam sein! Du musst wissen, dass es sie gibt und dass sie sich bemerkbar machen. Sonst nichts! Das ist vielleicht die großartigste Eigenschaften der Musikfenster!

Viele positive Aspekte! Aber wo sind denn nun diese Musikfenster?

Wo findest Du Musikfenster

Ich erzähle Dir gerne von meinen Musikfenstern. Sie gehören zu unserem Tag. Sie sind auch nicht jeden Tag gleich. Das ist ja das interessante!

Beim Aufwachen: Wenn ich Lust habe, dann wecke ich meine Kinder mit einem Morgenlied. Das Aufwachen ist dann gleich viel entspannter!

Beim Anziehen: Besonders der kleinste Zwerg findet An- uns Auziehen im besten Fall lästig. Im schlechtesten Fall windet er sich wie eine kleine Schlange auf dem Wickeltisch und tut lautstark kund, dass er lieber runter möchte! Und es ist egal, ob es darum geht den Schlafanzug auszuziehen, die Hose nach dem Wickeln anzuziehen oder eine Jacke um rauszugehen. Ein Lied hilft da sehr! Es lenkt ab und oft vergisst er, dass er eigentlich keine Lust zum An- und umziehen hatte.

Vor dem Essen: Uns hilft es die Aufmerksamkeit aller Familienmitglieder kurz zu bündeln und mit einem kleinen Lied das Essen zu beginnen. Zur Ruhe kommen, durchatmen, innehalten. Keiner redet, wir singen. Wunderbar!

Beim Einschlafen: Der Klassiker! Ein Lied um den Tag anzuschließen und beruhigt in das Land der Träume zu finden ist wundervoll! Was gibt es Schöneres als am Abend unsere Kinder mit Musik zu sagen, dass sie das Beste sind, was uns passieren konnte und dass wir sie unendlich lieb haben!

So viel mehr Fenster gibt es: Beim Autofahren, während wir warten, beim Zähneputzen usw.. Es gibt so viele Musikfenster! Unendlich viele, wenn wir aufmerksam sind. Sie sind alle da! Sie müssen nur entdeckt und genutzt werden! Und zwar ohne Druck und ohne Wettbewerb! Es geht nicht drum möglichst viele Musikfenster zu finden und alle zu füllen. Es geht nicht darum, dass du jeden Morgen singen musst. Auch nicht jeden Abend. Du tust es dann, wenn es für Dich passt! Und du tust es, wenn es Dir hilft! Denn das ist das Wichtigste beim Musik machen: Es muss Freude machen!

Stell Dir vor du findest Deine Musikfenster und lernst sie zu nutzen! Wieviel Leichtigkeit käme in Euren Alltag! Wieviel Musik in Euer Leben!

Lass uns zusammen schauen, wo Deine Musikfenster versteckt sind und wie Du sie nutzen kannst!

Das und noch viel mehr gibts bei CANTO Bambini.